BRURS - eine einzigartige Institution in der über 100-jährigen Geschichte des Rugbysports in Deutschland
Die Ursprünge lassen sich zurückführen auf die besondere Situation West-Berlins. In der Vier-Sektorenstadt spielten Briten, Franzosen, Amerikaner und deutsche Teams gegeneinander; zunächst in Freundschaftsspielen, die Anfang der 1950er Jahre auf dem britisch verwalteten Maifeld am Olympiastadion ausgetragen wurden.
Die gemeinsame deutsch-alliierte Schiedsrichter-Vereinigung unter der Bezeichnung BRURS (Berlin Rugby Union Referees Society) tauchte erstmals in einem Protokoll vom Juli 1984 auf, mit Derek Ebbage als Vorsitzendem. Er war Nachfolger von Captain John Taylor (14 Field Workshop / Royal Engineers).
Die Abbildung zeigt das BRURS-Badge, das als Zeichen der Zugehörigkeit der Schiedsrichter zu einer eigenständigen Vereinigung eingeführt wurde. Laut dem Protokoll des Berlin-Coordination Committees vom Juli 1986 ist Folgendes verzeichnet:
"The secretary BRURS ... stated that all referees would be wearing the new BRURS-Badge at the start of the new season."
Saison 1964/1965
Schiedsrichterumgang als Dauerproblem im Berliner Rugby
Der Umgang mit Schiedsrichtern war für den Berliner Rugby-Verband viele Jahre ein Problem, das immer wieder thematisiert wurde. Eindrücklich wird dies im Bericht des Spielausschussleiters Karl Schatz über die Saison 1964/65 deutlich:
„Bei Durchsicht der Spielformulare entdeckt man auf vielen Exemplaren Vermerke über Spielerverwarnungen oder Platzverweise von Spielern wegen Unsportlichkeit; am häufigsten sind diese Vergehen Beleidigungen des Schiedsrichters oder Auflehnungen gegen seine Entscheidungen.
In diesem Zusammenhang kommen wir zum Problem »Schiedsrichter«, das wir schon seit Jahrzehnten zu meistern versuchen. Es wird behauptet, Rugby-Schiedsrichter in Berlin zu sein, sei das Schlimmste, was einem passieren kann; daran ist schon etwas Wahres.“
BRURS Vorsitzender Derek Ebbage, der die Schiedsrichter-Vereinigung lange geprägt hat, hier im Einsatz auf dem Maifeld beim Spiel des Stadium RFC gegen den Berliner RC im Jahr 1986.
Dies sollte sich erst ändern als britische Schiedsrichter der Armee und der Royal Air Force auch rein deutsche Sportbegegnungen leiteten, und später eine engere organisatorische Zusammenarbeit zwischen den deutschen und den alliierten Rugby-Enthusiasten entstanden war, in Gestalt einer gemeinsamen deutsch – alliierten Schiedsrichter-Vereinigung: der BRURS.
In den Jahren zwischen 1981 und 1989
Die Anfänge der Schiedsrichter-Vereinigung BRURS und ihre Entwicklung
Im Jahr 1982 wird in fast allen Sitzungen des Berlin Coordination Committees beklagt, dass es zu wenige Schiedsrichter in Berlin gebe. Britischerseits gab es zu dieser Zeit fünf bis maximal sieben Schiedsrichter, von denen einige indes nur über geringe Erfahrung verfügten. Um neue Interessenten als Rugby-Schiedsrichter zu gewinnen, gab es Aufrufe in der Garnisonszeitung Berlin Bulletin und im Radiosender BFBS.
Zu dieser Zeit wird auch von disziplinarischen Schwierigkeiten bei einigen Spielen berichtet; so schrieb im April 1982 Major Bob Edger als Vorsitzender der Berlin Rugby Football Union an Peter Welsh, dem Präsidenten des Berliner Rugby-Verbandes (BRV), unter der Überschrift „Ill-disciplin on the field“ seine Vorstellungen „how to improve rugby discipline within Berlin“.
Die Schiedsrichterproblematik, vor allem die Mangelsituation, konnte nicht verwundern, denn auch auf deutscher Seite gab es nur sehr wenige Schiedsrichter: In der offiziellen vom Coordination Committee geführten Liste wurden 1981 lediglich Winfried Waeder, der schon seit 1978 dabei war, und Robert Krebs aufgeführt. Im Jahr darauf war die Liste inzwischen erweitert worden: hinzu kamen Hans-Werner Albrecht vom SC Siemensstadt, Eberhard Linstädt vom Berliner SV 1892 und Robert Blanc von ASFB. Zusammen mit den britischen Schiedsrichtern waren es nun insgesamt zehn, wobei allerdings die deutschen Schiries noch keine Qualitätseinstufung hatten. 1983 wurden insgesamt 12 Schiedsrichter aufgeführt: Neben den Briten waren es aus den deutschen Vereinen Hans-Werner Albrecht, Robert Krebs, Winfried Waeder, John „Taffy“ Burton, Eberhardt Linstädt und Wynn Roberts.
An jedem Montag eines Monats traf man sich von nun an, um sich über Erfahrungen auf dem Spielfeld auszutauschen und sich mit dem Regelwerk intensiver zu beschäftigen. Das diente vor allem dazu, um Schiedsrichter-Eleven ans Regelwerk heranzuführen und deutsche, britische und französische Regelauslegungen anzugleichen.
BRURS hatte sich 1986 als Institution etabliert und verfügt nun über einen eigenen Finanzetat; die Vereine wurden verpflichtet 100 DM pro Saison beizusteuern und der Mitgliedsbeitrag lag bei 15 DM. Auch die Mitgliederzahlen stiegen an und die Schiedsrichter erhielten persönliche Leistungseinstufungen: Im September 1986 war Winfried Waeder mit C2 der am höchsten eingestufte Schiedsrichter, gefolgt von Bernd Gabbei mit C3, John van den Branden und Henric Lewkowitz waren da noch „Provisionals“. Im Jahr darauf gab es zunächst 14 und zur Jahreswende 19 BRURS-Mitglieder, neu waren Hans Joachim Pickert und Bodo Hirsch.
1988 waren 20 Referees bei BRURS gemeldet, mit Bernd Gabbei (C1), Henric Lewkowitz (C2), Hans Pickert (C2), Winfried Waeder (C2), John van den Branden und Bodo Hirsch (C3). Auf Anregung von Major Nigel Nobel wurde nun bei jedem monatlichen Treffen die Regelkunde vertieft.
Quellen: Protokolle des Berlin Coordination Committees 1981-1989
Streitigkeiten im Jahr 1988
Streit um Schiedsrichter-Nominierung erreicht BRV-Präsident Peter Welsh
Der Streit, wer für die Nominierung von Schiedsrichtern für Spiele repräsentativer Mannschaften - die Berliner Schiedsrichter-Vereinigung BRURS oder die Armee-Schiedsrichter-Vereinigung ARURS der BAOR - zuständig sei, führte zu einer offiziellen Anfrage an den BRV-Präsidenten Peter Welsh, der zugleich auch Stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Rugby-Verbandes (DRV) war. Mit Schreiben vom 27. Oktober 1988 bat Lieutenant Colonel McArthur von den Royal Engineers (REME), Mitglied des Liaison Komitees der Armee-Schiedsrichter-Vereinigung ARU/BAOR, um Aufklärung, was unter der von Major Paul Cummings geleiteten „Berlin Rugby Union“ zu verstehen sei:
"Auf welcher rechtlichen Grundlage beruht sie und was unterscheidet sie vom BRV – dem deutschen „Berliner Rugby Verband?"
Dies sei von besonderer Relevanz bei rechtlichen Fragen.
Was war nun die „Berlin Rugby Football Union“, in deren Namen zu Sitzungen aller in Berliner ansässiger Rugby-Vereine und -Mannschaften eingeladen wurde?
Im Gegensatz zur BRURS, der deutsch-alliierten Schiedsrichter-Vereinigung, hatte die BRFU resp. die BRU weder eine Satzung noch die Hoheit über die Vereine und Mannschaften in Berlin. Vielmehr war sie ein Zusammenschluss aller in Berlin Rugby spielenden Vereine und Mannschaften, unabhängig von deren nationaler Zugehörigkeit. Zu Saisonbeginn, vor dem Jahreswechsel und dem Saisonende im Mai wurden diese eingeladen, um den Spielverkehr in Berlin zu koordinieren. Es ging vor allem Spieltermine, um Spielorte, die Betreuung von Gastmannschaften, die Organisation von Turnieren, die Einberufung von Auswahlteams, die Ankündigung von Lehrgängen und Kursen, die Verständigung über Regelauslegungen, die Bekanntgabe von Sperren von Spielern und vieles mehr.
Es war also eine Institution, die aus rein pragmatischen Gründen eingeführt worden war, um den Spielverkehr in Berlin zu steuern und auch die Kommunikation zwischen den Mannschaften und der Militär-Öffentlichkeit zu fördern.
Bis 1982 wurden diese Treffen als „Berlin RFU – Meeting“ bezeichnet, mit dem Wechsel der Leitung von Major Bob Edger zu Lt. Colonel Tony Ward im Mai 1983 hiessen sie nun „Berlin RFU Coordinating Committee-Meeting“. Sie stand unter der Leitung der britischen Streitkräfte in Berlin, da diese die meisten Mannschaften aufbieten konnten (zeitweise mehr als zehn Teams), über die meisten Spielplätze sowie über das Personal für das Management einer derartigen „Institution“ verfügte. Der Nachteil dieser Einrichtung war u.a., dass die Regimenter alle zwei Jahre wechselten und mithin auch die Verantwortung tragenden Personen, eine längere Kontinuität also nicht gewährleistet war. Zum anderen gab es mehrere Ebenen, die für den Spielbetrieb zuständig waren:
Auf deutscher Seite der Rugby-Bundesliga-Ausschuss, der Berliner Rugby-Verband und nach 1989 der Regionalliga-Ausschuss Berlin-Brandenburg-Sachsen, auf britischer Seite die Inter-Unit-Wettbewerbe und dann die deutsch-alliierten Begegnungen, für die sich die „Berlin Rugby Union“ als zuständig betrachtete.
Einen guten Einblick über all diese Aktivitäten bieten die Fixture-Listen (die Spielansetzungen), die die BRU fast monatlich samt Protokoll und Adressenliste veröffentlichte. Im November 1988 gab es Ansetzungen für folgende Mannschaften:
Britische Teams (12):
Stadium RFC und die Stadium Nomads (2. Mannschaft)
38 Field Squadron (Royal Engineers)
KOSB 1. und 2. Mannschaft (King’s Own Scottish Borderers)
Black Watch Rgt. 1. Und 2. Mannschaft
Smuts Barracks (u.a. Royal Hussars/Tank-Einheit)
RAF Gatow 1. Und 2. Mannschaft
King’s Rgt.
Gast: Royal Anglians
Französische und US-Teams (3):
ACCSB und Yanks RC und als Gastmannschaft die US-Luftwaffe Baumholder
Deutsche Mannschaften/Gäste (10):
Berliner RC 1., 2. und 3. Mannschaft, Berliner SC, SC Siemensstadt, Berliner SV 1892 1. und 2. Mannschaft, Gastmannschaften: SC Linden 1897 Hannover (BL), und die Deutsche Rugby-Jugend (Junioren) und Junioren der Niederlande.
Spielorte
Alliierte Plätze: Kladow (2), Maifeld (2-4 Plätze), Pacelli-Allee, Cite Foch, Flughafen Gatow (2)
Deutsche Vereinsplätze: Jungfernheide (SC Siemensstadt und Berliner RC), Forckenbeckstraße (Berliner SV 1892), Hubertusallee (Berliner SC, zeitweise gesperrt)
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BRURS im Einsatz
Nicht immer war es leicht, die Spielpraxis und Regelanwendung der Teams unterschiedlicher Nationalität anzugleichen. Dies wird sichtbar in den abweichenden nationalen Regeln über Auswechselspieler in den Achtziger Jahren. In den britisch geprägten Rugby-Nationen gab es in diesen Zeiten der konsequent eingehaltenen Amateurstatuten traditionell keine Auswechslungen: Im BRURS-Protokoll vom 20. Oktober 1987 heißt es: „German rules allow two substitutes during a game, provided the referee has their names. It was confirmed this would be allowed in German vs. British games, but not in other cases. The Chairman will look at the rules, but British Clubs are to abide by the present ruling of no substitutions from this stage in the season onwards". Ein erfreulicher Pragmatismus regierte also die Arbeitsebene der BRURS.
1987 wurden Schiedsrichter-Beurteilungsbögen entwickelt, die von beiden Teams ausgefüllt und direkt an den BRURS-Vorsitzenden geschickt werden sollten.
Die Öffnung der Mauer erweiterte den Spielverkehr. Schon bald spielte der Post SV Berlin gegen die Royal Welch Fusiliers, den Stadium Rugby Football Club, angesiedelt am Maifeld, gegen den DDR-Rekordmeister Stahl Hennigsdorf. Der Berliner SC, der viele Studenten von Freier und Technischer Universität als Mitglieder hatte, trat gegen die Mannschaft der Universität Potsdam an. Bereits am 15. September 1990 begann der gemeinsame Spielverkehr. Die Teams der beiden gemeinsamen Ligen in der Saison 1990/91 bilden die internationale Mischung ab: amerikanisch, französisch, britisch und deutsch aus Ost und West:
Gruppe 1: Stadium RFC 1., Stahl Hennigsdorf, Berliner SV 1892, Light Infantry Rgt. 1, Irish Guards 1, Berliner RC und Royal Air Force Gatow 1
Gruppe 2: SC Siemensstadt, RAF Gatow 2, Royal Welch Fusiliers 2, Stadium RFC- Nomads, Berliner RC 2, Light Infantry Rgt. 2, Irish Guards 2, Yanks RFC, Berliner SC, SC Berlin-Rugby Bären, Post SV aus Berlin-Weißensee und das französische Team ACCSB
Mit der Zusammenlegung des Spielbetriebs ging auch die Integration der ehemaligen DRSV-Schiedsrichter einher. Auf der BRURS-Sitzung am 13. Februar 1991 im Casino des Berliner SV 1892 begrüßte der Vorsitzende der Rugby-Clubs der Berlin-Infantry Brigade, Lieutenant Colonel Mike Roycroft, zahlreiche neue Gesichter: „The chairman welcomed new members from the East Society and was pleased with the number of German members attending the meeting". Anwesend waren neben Pat De Burca als BRURS-Sekretär und Hans Pickert als Schatzmeister Jürgen Hecker (Luckenwalde), Reinhard Göres (Birkenwerder, später Präsident des Rugby-Verbandes Brandenburg), Bodo Hirsch (SC Siemensstadt), Manfred Neumann (Berliner SV 92), Mike Burbidge (Berliner SC), Gerhard Schönrock (Hennigsdorf), Olaf Seidel (Hennigsdorf, ehemaliger Schiri-Obmann des DRSV) und Henric Lewkowitz (BRV). Später kamen noch hinzu: Dieter Schmidt (Post SV), Gerhard Schubert (Leipzig), Frank Jaskowiak (Birkenwerder) sowie Heiko Schröder und Norbert Götsch aus Hennigsdorf.
Einen Monat zuvor fand beim Stadium RFC am Maifeld, in den Katakomben der Tribünen am Glockenturm, die erste BRURS-Sitzung statt, an der die Vereine des DRSV erstmals repräsentiert waren - durch den ehemaligen Schiri-Obmann Olaf Seidel.
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Die Aufgaben der BRURS
BRURS hatte im Oktober 1988 bereits 19 aktive Schiedsrichter; bei durchschnittlich 34 Spielen pro Monat in Berlin waren die Mitglieder nicht ausgelastet. Trotz des Wegfalls der britischen und französischen Schiedsrichter durch den Abzug der alliierten Truppen verzeichnet BRURS - nach einem leichten Einbruch um die Jahrtausendwende - inzwischen eine beachtliche Mitglied schaft. Im Januar 2014 waren es 30 Mitglieder.
Ganz wesentlich war und ist die Erarbeitung des neuen Regelwerks und dessen Interpretation für die unterschiedlichen Spielniveaus. Dies wurde in den Sitzungen regelmäßig als Sonderpunkt behandelt. Ein Beispiel findet sich im Protokoll der Sitzung vom Januar 1989; das BRURS-Sekretär Tom Edwards so festhielt: ,Bernd Gabbei was unanimously elected, in his absence, to give a lecture at the next meeting on a law of his own choosing".
In den Sitzungen wurden auch die Zuordnungen der Schiedsrichter zu den Spielen bekanntgegeben; die Zuordnung erfolgte nach dem Ausbildungsstand der Schiedsrichter, ihren Erfahrungen und Fähigkeiten. Dazu erhielten die Aktiven eine Eingruppierung, die von „Provisional" über C 1, C2 und C3 bis hin zu B 1 reichte. Oft stellten die Briten die höher qualifizierten Schiedsrichter, so dass diese auch die anspruchsvolleren Spiele mit hoher einzustufenden Mannschaften leiteten. Aber auch schon vor der Wende haben britische Schiedsrichter der BRURS herausragende Spiele deutscher Teams betreut - Bundesliga-Spiele und internationale Begegnungen.
Im Berlin-Bulletin, der wöchentlichen Zeitung der Britischen Streitkräfte in Berlin, wurde in der Ausgabe vom 17. Juli 1992 vermeldet, dass Paddy Ireland von der Royal Air Force in Berlin-Gatow für seine Verdienste als Schiedsrichter beim Deutschen Rugby-Tag im Wilmersdorfer Rathaus von DRV-Präsident Theo Frucht (Hannover) mit einer Ehrennadel geehrt wurde: „ ... for his services to Rugby in Berlin and his special assistance as chairman of the joint-german british Rugby Referees Society in Berlin". Paddy Ireland war seit 1989 als Nachfolger von Derek Ebbage Vorsitzender der BRURS und Schiedsrichter bei vielen Bundesliga-Spielen.
Energische Proteste gab es, weil Schiedsrichter für offizielle Armee-Meisterschaftsspiele in Berlin nicht durch BRURS nominiert werden durften, sondern vom Spielausschuss der BAOR (British Army on the Rhine; hier konkret ein Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die BAOR-Auswahl). In einem BRURS-Protokoll im Herbst 1988 war zu lesen: „The meeting expressed shock, displeasure and condemnation of the decision and instructed the chairman to make the strongest possible representation to BAOR regarding the unique composition of BRURS Rugby in Berlin and the policy of referee appointments for matches taking place in Berlin".
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Was war darüber hinaus das Besondere, das BRURS für den Rugbysport in Deutschland leistete?
Eine ganz besondere Bedeutung wurde dem Respekt der Spieler vor dem Schiedsrichter beigemessen. Zu oft waren insbesondere die deutschen Teams auffällig, wohl beeinflusst durch den Fußball, wo es gang und gäbe ist, gegenüber Schiedsrichtern aggressiv aufzutreten. Derek Ebbage erinnerte daran: „Referees must at all times be treated with the greatest respect. This is obviously the responsibility of the team captains".
Neu in Deutschland war auch die Herauslösung der Schiedsrichter aus ihrem alten Vereinszusammenhang, um sie in einem neuen, eigenen Klub zusammenzufassen. Heute sind diese Punkte auch im Deutschen Rugby-Verband (DRV) selbstverständlicher Bestandteil des Schiedsrichterwesens. Dazu beigetragen hat auch, dass Bernd Gabbei, dessen Schiedsrichterkarriere bei BRURS begann, mehrere Jahre Vorsitzender der SDRV, der Schiedsrichter-Vereinigung des DRV, war. Von 2006 an arbeitete er mehrere Jahre im Schiedsrichter-Bereich für das International Rugby Board (IRB), heute „World Rugby", das in Dublin ansässig ist.
BRURS - Vorsitzender ist seit 1997 Wilfried Brecht, sein Stellvertreter ist Matthias Scheuerlein, und Schatzmeister war Hans Joachim Pickert bis zum Jahr 2022.